Zwei neue Romane und ihre Anfänge ...
Toine Heijmans, Irrfahrt
»Die Wolken hatte ich nicht gesehen. Sie müssen sich hinter meinem Rücken zusammengezogen haben. Sie müssen auf meinen Befehl aufmarschiert sein. Nun hängen sie vor dem Bug, in Gefechtsaufstellung. Wie flache Kiesel, schiefergrau am Himmel, ein gigantisches Mobile von Wolken, wie früher eines über ihrem Kinderbett gehangen hat.
Die Wolken verdunkeln den Morgen. Sie nehmen dem Meer das Licht. Stundenlang hat der Mond die Wellen beschienen, wie ein Nachtlicht über das Boot gewacht. Aber jetzt ist das Licht aus, und ich stehe alleine da.«
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Dawn Tripp, Das Liebesspiel
» - Erzähl, sagt sie.
Er schaute hinüber zur Wand, zur schmutzigen Fensterscheibe, zum zerrissenen Himmel.
Er kann ihren Atem riechen, er riecht das nasse Leder am Kragen seines Mantels, unter ihr auf dem Boden ausgebreitet, er spürt ihren Blick auf seinem Gesicht, erwartungsvoll.
- Wird langsam spät, meint er.
- Erzähl, sagt sie erneut.
Und er denkt an den Fisch, den er am Morgen im Bach an der Drift Road gesehen hat, an den langen, blassen Leib unter dem ausgewaschenen Ufer, der sich heimwand, träge wie der Schatten selbst.
Erkennen durchfuhr ihn wie ein Stich. Obwohl er die Köderschnur in der Hand hielt, ließ er sie nicht ins Wasser fallen. Etwas an der Bewegung dieses Fisches, an seiner wirbellosen Trägheit, erinnerte ihn an sie. Das könnte er ihr nun erzählen. Oder eine andere hohle Geschichte.«
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